Wohngemeinschaftshäuser Schlachtensee

Der geringste Eingriff: Rehabilitation eines Studentenwohnheims der Nachkriegsmoderne

Fertigstellung
Oktober 2020
Architekten
Muck Petzet Architekten
Team
Laura Dittmar, Korbinian Luderböck, Sophie Kalwa, Maximilian Kimmel, Ferdinand Knecht, Callum McGregor, Julia Modlinska, Eugenio Thiella, Yifan Zhang // apaprojects: Lutz Arnold, Ulrich Grabsch
Bauherrin/ Bauherr
Studentendorf Schlachtensee eG
Wasgenstraße 75
14129 Berlin (Nikolassee)
BGF
11.073 m2
NF
7.999 m2
BRI
30.897 m3

Die Wohngemeinschaftshäuser im Studentendorf Schlachtensee Berlin – zwei 5-geschoßige Hausgruppen – sind gute Beispiele einer von Typisierung und Serialität begeisterten, sich den Nutzerinteressen unterordnenden, bescheidenen Architektur der Spätmoderne. Sie wurden von den Architekten Kraemer, Pfennig und Sieverts (KPS) in den 70er Jahren erbaut, waren im unrenovierten ‚Originalzustand‘ und sollten ‚aufgewertet‘, aber vor allem mit sehr knappem Budget und Zeitrahmen modernisiert werden. Die Suche nach dem minimalsten Eingriff war ‚überlebenswichtig‘ für das Projekt. Nach Untersuchungen zu Erweiterungen, Aufstockungen oder die Nutzung der Dachflächen kristallisierte sich ein striktes am Notwendigen orientiertes Konzept heraus, das die Essenz der Häuser bewahrt und es gleichzeitig für neue Generationen nutzbar macht. Die Modernisierung verbindet eine Hebung der Standards auf heutige Anforderungen mit einer weitgehenden Weiternutzung vorhandener Elemente. Statt alte Bauteile durch neue zu ersetzen, wurden alle technischen und rechnerischen Möglichkeiten untersucht, um möglichst wenig zu ändern. Obwohl die Gebäude nicht denkmalgeschützt sind, wendeten wir Methoden der Denkmalpflege an. Die vorhandene Raumaufteilung und ihre – um einen Gemeinschaftskern angeordnete – Zellenstruktur wurde ebenso erhalten, wie die vorhandenen Treppenhaus- und Eingangstüren. Die vorhandene Putzfassade wurde nur gestrichen: Eine bauphysikalische Berechnung ermöglichte, lediglich mit einer Erneuerung der Fenster, der Dämmung der Dachflächen und der Kellerdecken einen den KfW Förderkriterien entsprechenden energetischen Zustand zu erreichen. Die Gemeinschaftsräume erhielten, größere Öffnungen, die einen neuen Außenbezug ermöglichen.

Die Gebäude wurden als besonders erhaltenswerte Bausubstanz deklariert und nach den Förderkriterien des Effizienzhaus Denkmal modernisiert. Der Bestandserhalt von über 350 minimalen Wohneinheiten für die nächsten Generationen erhält auch die in den 70er Jahren in den Gebäuden gebundene Erstellungsenergie.

The shared houses in the student village Schlachtensee Berlin - two 5-story group of houses - are good examples of a modest architecture of late modernism, enthusiastic about typification and seriality, subordinating itself to the user interests. Built by architects Kraemer, Pfennig, and Sieverts (KPS) in the 1970s, they were in unrenovated 'original condition'. They had to be 'upgraded' but, more importantly, modernized on a very tight budget and timeframe. Finding the most minimal intervention was 'survival' for the project. After studies on extensions, additions, or the use of roof space, a concept strictly oriented on the necessary crystallized the essence of preserving the houses while making them usable for new generations. Modernization combines raising the standards to today's requirements with extensive further use of existing elements. Instead of replacing old components with new ones, we explored all technical and calculatory options to change as little as possible. Although the buildings are not listed, we applied methods of heritage preservation. The existing room layout and its cell structure - arranged around a common core - have been preserved, as were the existing staircase and entrance doors. The existing plaster facade was only painted: A structural-physical calculation made it possible to achieve an energetic condition in line with KfW funding criteria merely by renewing the windows, insulating the roof surfaces and the basement ceilings. The common spaces received larger openings for a new outdoor connection.

The buildings were declared a structure particularly worthy of preservation and in accordance with the funding criteria of the 'Effizienzhaus Denkmal' modernized. Preserving more than 350 minimal housing units for future generations also conserves the grey energy bound in the buildings in the 70s.