Werdauer Weg

Hotel- und Bürogebäude

Fertigstellung
November 2020
Architekten
Max Dudler
Team
Projektleiter: Alexander Bonte; stellv. Projektleiter: Erik Lippold; Mitarbeiter: Miriam Barona, Hera Kastanaki, Liliya Lukynchuk, Clara Wellbergen
Bauherrin/ Bauherr
Werdauer Weg 3 Immobilien Projektentwicklungs GmbH & Co. KG
Werdauer Weg 3
10829 Berlin (Schöneberg)
BGF
12.983 m2
NF
8.450 m2
BRI
46.560 m3
Flächenangabe
4.020 m2

Aus der Ferne betrachtet - von der Ringbahn oder von der Stadtautobahn aus - vereinigt sich der Neubau des Hotel- und Bürogebäudes Werdauer Weg mit seinem bislang solitären Nachbargebäude des Architekten Jürgen Sawade zu einem markanten Ensemble am Eingang der rasant sich entwickelnden neuen Berliner Quartiere „Schöneberger Linse“ und „EUREF-Campus“. In seiner komplementär entwickelten Figur greift der Bau die Kaskadierung des „Platinum“-Gebäudes von Sawade auf und kehrt deren Bewegung gewissermaßen von außen nach innen: Aus einem gemeinsamen fünfgeschossigen Sockel treppt sich der Baukörper nach außen zu zwei symmetrisch angelegten Hochpunkten empor. Der Neubau bettet das bisher kontextlose Gebäude aus den 1990er Jahren rückwirkend in das städtische Gefüge ein. Gemeinsam bilden beide Bauten ein urbanes Ensemble, das mit seinem linsenförmigen Grundriss das benachbarte Stadtentwicklungsgebiet der „Schöneberger Linse“ in seiner Struktur spiegelt.
Die in hellem Ziegelmauerwerk ausgeführte Fassade stärkt den skulpturalen Charakter der ausgebildeten Silhouette. Mit ihrer creme-beigen Farbgebung bezieht sie sich auf den Granit des „Platinum“-Hauses. Gleichzeitig knüpft sie an den Ziegel der benachbarten denkmalgeschützten Kapelle von Paul Egeling an. Aus gleichmäßig verteilten Fenstern entsteht ein abstraktes Fassadenbild als Gewebe vertikaler und horizontaler Linien. Die Plastizität der als Relief gedachten Gebäudehülle entwickelt sich aus dem Detail. Dabei ist das Detail nie Ornament, sondern entspringt einer baulichen Funktion. Tief in die Mauer eingeschnittene Fensteröffnungen verleihen der Fassade ihre Tiefe. Aus der Kaschierung der notwendigen Dehnungsfuge vorgehängter Fassaden ergeben sich an den Schnittstellen zwischen vertikalen und horizontalen Bändern subtile Rücksprünge in die Wand, die zum weiteren gliedernden Element der Fassade werden.
Von der Lage zwischen zwei zentralen Bahnhöfen profitieren beide Nutzer des Baus: Im südlichen Bauteil die Landesgeschäftsstelle der Debeka-Berlin, im nördlichen Teil ein Hotel der Marke the niu mit knapp 300 Zimmern.

Viewed from a distance - from the Ringbahn or the city motorway - the new hotel and office building Werdauer Weg unites with its hitherto solitary neighbouring building by architect Jürgen Sawade to form a striking ensemble at the entrance to Berlin's rapidly developing new "Schöneberger Linse" and "EUREF-Campus" quarters. In its complementarily developed figure, the building takes up the cascading of Sawade's "Platinum" building and in a sense reverses its movement from the outside to the inside: From a joint five-storey base, the structure steps outwards to two symmetrically arranged high points. The new building retroactively embeds the previously contextless building from the 1990s into the urban fabric. Together, the two buildings form an urban ensemble whose lenticular ground plan mirrors the structure of the neighbouring urban development area of the "Schöneberger Linse".
The façade, executed in light-coloured brickwork, strengthens the sculptural character of the formed silhouette. With its cream-beige colouring, it refers to the granite of the "Platinum" house. At the same time, it ties in with the brick of the neighbouring listed chapel by Paul Egeling. Evenly distributed windows create an abstract façade image as a web of vertical and horizontal lines. The plasticity of the building envelope, conceived as a relief, develops from the detail. The detail is never an ornament, but arises from a structural function. Window openings cut deep into the walls, give the façade its depth. The concealment of the necessary expansion joint of curtain walls results in subtle recesses in the walls at the interfaces between vertical and horizontal bands, which become a further structuring element of the façade.
Both users of the building benefit from its location between two central railway stations: in the southern part, the regional office of Debeka-Berlin; in the northern part, a hotel of the niu brand with almost 300 rooms.